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Eine mitreißende Fußball-Story - das erste Buch über
"Turbine Potsdam"

 

worum gehts | die entstehung des buches | leseproben

 

Zuerst muss an dieser Stelle mit dem Vorurteil aufgeräumt werden, dass der Genuss von Alkohol nur negative Folgen nach sich zieht.

Außerdem ist die Geschichte von Turbine Potsdam ein Beweis dafür, dass es auch viele Hundert Jahre nach Goethes Zauberlehrling immer noch Geister gibt, die man, wenn sie einmal gerufen wurden, nicht mehr loswird.

Der Frauenfußball in Potsdam entstand aus einer Laune heraus. Viele Männer hatten viel getrunken und verspotteten die Frauen. Die ließen sich das aber nicht gefallen und schlugen das so genannte starke Geschlecht mit seinen eigenen Waffen. Der Kampf wäre allerdings nie und nimmer gewonnen worden, wäre nicht der edle Ritter Bernd S. zur rechten Zeit am rechten Ort gewesen. Am Anfang war allein der Wille, doch viele die wollten, konnten nicht. So wurde aus dem edlen Ritter ein einfühlsamer Lehrer. Die Anfangsjahre waren fürwahr nicht leicht. Doch allen Widerständen zum Trotz entwickelte sich die Betriebssportgemeinschaft Turbine in den 70er Jahren zur besten Frauenfußballmannschaft im Osten Deutschlands. Die stürmenden Frauen waren schließlich so gut, dass es in der kleinen DDR keine ernstzunehmenden Gegner mehr gab. Sie wollten hinaus in die weite Welt.

Und wieder schienen Wollen und Können einfach nicht zusammenpassen. Doch auch diesmal war Bernd S. zur Stelle. Der Fußballlehrer entwickelte sich in den 80er Jahren notgedrungen zum fulminanten Formularfälscher. So durften seine Fußballerinnen zumindest in den Osten reisen und dort, zum großen Leidwesen der Genossen, Kolleginnen aus dem Westen treffen. Am Ende dieses Jahrzehnts hatten besagte Genossen dann bekanntlich andere Sorgen, sorgenfrei wurde das Turbinedasein dadurch allerdings nicht. Ganz im Gegenteil.

Nicht alle, die nach der Wende von West nach Ost zogen, hielten, was sie versprachen. Und viele, die zu dieser Zeit den umgekehrten Weg wählten, kamen später mit jeder Menge Erfahrungen aber auch Enttäuschungen zurück. Der Fußball als Spiegelbild der Gesellschaft. Die einzige Konstante in den ganzen Irrungen und Wirrungen war bei Turbine Bernd S.. Nur machten die neuen Anforderungen auch vor ihm nicht halt und so ließ der Trainer für einige Jahre den Fußballplatz links liegen und widmete sich als Manager dem überlebensnotwendigen geschäftlichen Teil des Vereinsalltags. "Go west" erfuhr bei Turbine Potsdam Mitte der 90er Jahre eine ganz neue Bedeutung, als fast die halbe Mannschaft aus Russinnen bestand. Nur so konnte damals der Abstieg aus der 1. Bundesliga verhindert werden. Nach der gerade so überstandenen kräftigen Krise kehrte Bernd S. wieder an die Seitenlinie zurück und mit Hilfe eines schlauen Schuldirektors sorgte er dafür, dass solch knifflige Situationen von da an ausblieben.

Das Sportgymnasium in Potsdam wurde zur Kaderschmiede für die Turbineerfolge. Viele Spielerinnen haben seit Ende der 90er Jahre den Weg von der Schulbank auf den Rasen mit Bravour gemeistert. Aber auch darüber hinaus gab es im Karl-Liebknecht-Stadion ein reges Kommen und Gehen. Beides fiel mitunter nicht leicht. Der Weg von Westberlin nach Potsdam war für eine junge Frau sogar eine kleine Weltreise.

Doch mittlerweile ist auch Ariane H. sehr gern in der Landeshauptstadt Brandenburgs und stolz darauf, eine Turbine zu sein. Ihre Kollegin Conny P. flog über den großen Teich, in das Frauenfußballparadies nach Amerika. Eine Saison spielte die Kleine mit den krummen Beinen bei Atlanta Beat und wäre fast WUSA - Meisterin geworden. Den Meistertitel holte sie mit ihren Mannschaftskameradinnen dann schließlich in Deutschland.

Nach Jahren der Tränen gab es 2004 endlich auch Triumphe. Meisterschaft und Pokal - das Double und Bernd S. war am Ziel seiner Wünsche. Doch halt, was heißt das schon, natürlich muss es immer weiter gehen, jetzt auch im UEFA-Cup.

20 Jahre nach den, durch List und Tücke erschlichenen Auslandsreise, konnte seine Mannschaft endlich laut ausrufen: EUROPA - WIR KOMMEN.

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