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Eine mitreißende Fußball-Story - das erste Buch über
"Turbine Potsdam"

 

worum gehts | die entstehung des buches | leseproben

 

Klicken Sie bitte auf ein Kapitel des Inhaltsverzeichnisses für die entsprechende Leseprobe.

 

Inhalt:

 

Eine Schnapsidee

Der Zettel an der Wandzeitung

Die gefälschten Papiere

Go west

Trainersuche

Moskau - Potsdam und zurück

Horst aus Hannover - kein Weg zu weit

Der lange Weg nach Potsdam

Einmal Amerika und zurück

Die Tränen der Viola O.

Easy Going

Heinis Heimkehr

Ein Zettel an der Wand

 

 

Trainersuche

 

Er hatte sich die Entscheidung nicht leicht gemacht. Doch es gab einfach keinen anderen Ausweg. Bernd Schröder packte Trainingsanzug und Fußballschuhe in die Sporttasche, seine sonstigen persönlichen Dinge würde er dann Morgen abholen. Der Karton stand schon bereit. Er schloss das Trainerzimmer ab und gab den Schlüssel Peter Raupach. Ein komisches Gefühl, nach 21 Jahren sollte nun von einem auf den anderen Tag alles vorbei sein. Na gut, fast alles, denn Bernd Schröder blieb ja weiterhin mit seiner Turbine verbunden. Nur war er von nun an nicht mehr Trainer. Vielleicht hätte er es sich anders überlegt, wenn seine Mannschaft nicht in der Bundesligaqualifikation gescheitert wäre. So aber hielt Bernd Schröder die Zeit für gekommen, den Staffelstab weiter zu geben. Genug Arbeit, würde er auch jetzt noch haben. An allen Ecken und Enden brannte es im Verein. Seit der VEB Energieversorgung Potsdam nicht mehr "volkseigen" war, konnte er sich auch keine Betriebssportgemeinschaft mehr leisten. Aus BSG wurde SSV und mit der neuen Selbstständigkeit kamen große Sorgen. Einige Turbine- Spielerinnen verloren ihren Arbeitsplatz beim ehemaligen Trägerbetrieb. Der konnte und wollte es sich einfach nicht mehr leisten, vollen Lohn für halbe Arbeit zu zahlen. Der Verein hatte kein Geld, woher auch. Von Mitgliedsbeiträgen und Zuschauereinnahmen allein hätte nicht mal der normale Spielbetrieb weiter finanziert werden können. Bernd Schröder, dessen Arbeitsplatz den, rasch um sich greifende, Einsparungsdrang glücklicherweise überstanden hatte, musste sich fortan also nicht nur um seine Arbeit und das Training kümmern, er war auch gezwungen, Sponsoren zu finden. Am Anfang halfen noch alte Seilschaften. So vermittelte Bernd Schröder nach der Wende eine Zeit lang Geschäfte für einen Kohlehändler, die Provisionen kamen dann dem Verein zu Gute. Doch wurde auch in Potsdam die Energieversorgung relativ schnell auf Erdgas umgestellt und der Kohlehändler ging pleite. Anfang der 90er Jahre wusste sie bei Turbine oft nicht, ob sie genug Geld für die nächste Auswärtsfahrt hatten, von Trainingslagern ganz zu schweigen. Das erleichterte natürlich auch nicht unbedingt die Arbeit auf dem Fußballplatz. Viele Spielerinnen mussten sich in erster Linie um ihr täglich Brot kümmern, darunter litt zwangsläufig das Training. Dazu kam noch, dass einige Leistungsträgerinnen ihre Kariere beendet hatten und wirkliche Verstärkungen nicht zu bekommen waren. Die einstige Ausnahmemannschaft steckte mittendrin in einer mächtigen Krise.

 

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