Wer hat's geschrieben?
über uns | birgit & heiko klasen
Fast wäre aus der Geburt nichts geworden. not_ieAls nämlich der kleine Heiko am 29. März 1969 vehement ans Licht der Welt strebte, hatte der zuständige Arzt im Krankenhaus Berlin-Kaulsdorf ganz andere Sorgen. Bei der Eishockeyweltmeisterschaft lief gerade das Spiel zwischen der CSSR und der UdSSR. Eine Begegnung, die an Brisanz kaum zu überbieten war, hatte der große Bruder aus der Sowjetunion im Jahr zuvor doch mit Panzern und Kanonen die zarten Pflanzen des Prager Frühlings niedergewalzt. Die tapferen Tschechen und Slowaken konnten bei diesem ungleichen Kampf nicht viel ausrichten.
Ein Jahr später auf dem Eis sah die Sache dann allerdings ganz anders aus. Für die Tschechoslowakische Nationalmannschaft war dieses WM-Spiel natürlich auch viel mehr als nur ein schlichter Wettkampf. Rache wurde geübt, bis zum letzten Blutstropfen gekämpft und am Ende gesiegt. Kein Wunder, dass gerade in der DDR dieser Aufstand mit großer Bewunderung verfolgt wurde. Und bei aller Liebe, ein neues Menschenkind störte in dieser großen Stunde doch gewaltig.
Nun gut, um 22:50 war Heiko aber nicht mehr aufzuhalten. Er kam, sah und schrie. Auf die folgenden ersten Lebensjahre hatte die historische Geburtsstunde allerdings keinen Einfluss. Sie verliefen eher unspektakulär.
1974 war für Deutschland aus sportlicher Sicht bekanntlich ein ganz besonderes Jahr. Der "Bomber der Nation" schoss die Bundesrepublik zur Weltmeisterschaft. Ein Jubelschrei ging durch West und Ost. Für die Niederlande allerdings war diese Niederlage der Beginn einer tränenreichen Zeit. Aber nicht nur aus Sicht der Fußballfreunde war dieses Jahr bedeutsam.
In Kassel freuten sich die Eheleute Hoffmann auf ihr erstes Kind. Am 3. September wurde die kleine Birgit geboren und auch sie schrie. Gefühlsausbrüche dieser Art gehörten alsbald zum Alltag, denn nicht jeder Wettkampf endete auch mit einem Sieg.
Birgit wollte aber immer gewinnen, egal ob nun bei den Skimeisterschaften und beim Golf. In beiden Sportarten brachte es die damals schon recht große Blonde bis in Landesauswahl- mannschaften. Respekt! Vielleicht wäre sogar noch mehr daraus geworden, doch der Besuch der Waldorfschule verlangte seinen Preis und die dortigen Lehrer fanden Eurythmie sowieso viel wichtiger als einen schönen und erfolgreichen Schwung.
Im Arbeiter- und Bauernstaat waren solche Bewegungen bekanntermaßen eher verpönt. "Höher, schneller, weiter" und "Meine Hand für mein Produkt" - darauf kam es an. Dementsprechend dachte sich Heiko: "Von der Sowjetunion lernen, heißt Siegen lernen" und wurde Spartakiadesieger im Schach. Na, wenn das nichts ist! Viel wichtiger war dann aber 1985 der Sprung auf die Erweiterte Oberschule (EOS) "Immanuel Kant". Nach dem Abitur folgte zunächst ein Volontariat beim Fernsehen der DDR und schließlich der obligatorische NVA-Ehrendienst und der war auch wirklich nötig, denn "Der Feind schläft nie!".
Völlig überraschend löste sich der Feind Ende 1989 dann aber in Luft auf und so wurden die Vaterlandsverteidiger nicht mehr gebraucht. Heiko beendete sein Volontariat und begann an der Freien Universität Berlin ein Studium der Betriebswirtschaftslehre (BWL). Nach 13 Semestern hatte sich die Mühe endlich gelohnt und das Diplom war im Sack.
Nur ein Jahr später beendete auch Birgit ihr Studium. Sie hatte an der Freien Wilhelms Universität zu Münster Sport, Deutsch und Mathematik belegt, wobei die Reihefolge auch dem tatsächlichen Interesse entsprach. Birgit hätte nun Lehrerin werden können, wollte sie aber nicht. Statt dessen zog es sie nach Berlin. Dort studierte Birgit noch zwei Jahre lang Marketing und Kommunikation. Nebenbei machte sie ein Praktikum bei der Sportredaktion des ORB und versuchte danach, dort als freie Mitarbeiterin Fuß zu fassen.
Das war Heiko bereits gelungen. Kein Wunder, hatte er sich doch gleich nach der Uni voll in den Job reingekniet. Allerdings wollte die "Einwurftür" doch nicht so recht aufgehen und so wechselte der Fußballfreund zum Deutschen Sportfernsehen (DSF). Von dem Spartensender ging es dann weiter zu Premiere und schließlich zu Sat.1. So richtig glücklich wurde er beim Privatfernsehen allerdings nicht. Heiko vernahm den Lockruf vom ORB, kam zurück und fand eine nun weit geöffnete Tür vor.
Ab 2002 kümmerte er sich dann als Reporter fast ausschließlich um die Belange der Lausitzkicker vom FC Energie Cottbus. Bei den Olympischen Spielen in Athen meldete sich Heiko für die ARD live vom Bogenschießen und vom Modernen Fünfkampf.
Mit viel Fleiß, Engagement und jeder Menge Ideen schaffte es schließlich auch Birgit, sich in der harten Männerwelt Sportjournalismus durchzusetzen. Ihre große Leidenschaft galt dabei in erster Linie den Kickerinnen von Turbine Potsdam. Dabei konnte sie perfekt Arbeit und Vergnügen unter einen Hut bringen, zumal sie mit einem Großteil der Spielerinnen befreundet ist. Außerdem gehört Birgit zum ARD- Biathlonteam und reist jeden Winter regelmäßig von Weltcup zu Weltcup.
Letztlich sind es viele kleine Dinge, die zu einem großen Ereignis führen. Was hätte nicht alles dazwischen kommen können. Aber so ist halt das Leben. Am 5. Juni 2004 heirateten Birgit und Heiko in Berlin und tragen seitdem beide den Namen Klasen.